Der Weg der Trauer

Trauer ist keine Krankheit. Trauer ist die Fähigkeit des Menschen, einen schweren Verlust zu verarbeiten.
In der Trauer scheint das ganze Leben in Frage gestellt. Nichts ist wie vorher. In der ersten Zeit nach dem Tod eines wichtigen Menschen ist meist viel Äußerliches zu tun. Das hilft zunächst. Manchmal kommen die großen Gefühle erst danach: Angst, Wut, die Kränkung, verlassen worden zu sein – und oft viele Tränen.

Aber es kommen auch die Erinnerungen an den Reichtum der gemeinsamen Zeit: Sie ist nicht weg, sie bleibt auch nach dem Tod erhalten. Nach und nach kann es gelingen, dem vermissten Menschen einen neuen Platz im eigenen Leben einzuräumen – und auch selbst wieder Lebendigkeit zu erleben.

Als Außenstehende reagieren wir auf einen trauernden Menschen oft befangen, verunsichert und ungeduldig. Ein tröstender Zuspruch hilft selten. Was aber hilft ist, den anderen nicht allein zu lassen, auszuhalten und immer wieder zuzuhören. Der verlässliche Kontakt ist wichtig: Hilfe anbieten und auch einem Nein, einem Rückzug und fehlender Dankbarkeit freundlich begegnen. Trauernde sehen ihr Gegenüber manchmal nicht mehr. Aber es tut ihnen gut, wenn sie so genommen werden, wie sie gerade sind.

Und irgendwann gelingt es, den Verlust nicht mehr nur als schmerzend zu empfinden, sondern als wichtige Erfahrung, die zum eigenen Leben dazugehört.

Wenn ein Trauerprozess aber sehr tief geht und nicht enden will, sprechen wir von erschwerter Trauer. Dann empfehlen wir, therapeutische Hilfe anzunehmen.

Die hospiz initative Kiel

In unserem Gesundheitssystem gibt es nur wenig Einrichtungen und Angebote, die Trauernde in ihrer Not aufsuchen können. Deshalb hat die hospiz-initiative kiel e.v. mit ihrem Haus der Begegnung und dem Lebensgarten einen Ort geschaffen, an dem sie willkommen sind. Qualifizierte haupt- und ehrenamtliche TrauerbegleiterInnen sind bereit zum Gespräch. Sie können dabei unterstützen, die eigenen verschütteten Kräfte wieder zu entdecken. Auch Begegnungen mit anderen ähnlich Betroffenen in der Gruppe oder im Café können stärken.